Die Ratsgruppe Piraten/ÖDP wirbt für einen offeneren Umgang mit Vorurteilen und fordert daher per offiziellem Antrag an den Rat der Stadt die Umbenennung des sogenannten Hauptausschusszimmer in „Hinterzimmer“.

„Es gefällt mir überhaupt nicht, dass einem auch als Pirat und damit glühendem Verfechter von Transparenz in Politik und Verwaltung, offenes Misstrauen seitens der Bürger ausgesprochen wird.“, ärgert sich Ratsherr Schmanck. „Dafür reicht es inzwischen oft schon, sich an die geltenden Gesetze bzgl. der Nichtöffentlichkeit einiger Sitzungsinhalte zu halten“, stößt auch der ÖDP Ratsherr Pohlmann ins gleiche Horn.

Es wird Zeit, dass Münsters Politiker Farbe bekennen und diesem nicht nur zur Karnevalszeit offen vorgetragenen Misstrauen gemeinsam und
offensiv entgegentreten.

Der aktuelle Name des größten Raums für Sitzungen sei nicht nur irreführend, wie in der Begründung des Ratsantrags erläutert, sondern auch für sich genommen kaum sinnstiftend:

Handelt sich tatsächlich um das Sitzungszimmer des Hauptausschusses, also das Hauptausschuss-Zimmer? Hätte man es dann nicht schon längst in Haupt- und Finanzausschusszimmer umbenennen müssen? Wäre der Raum aber schlicht das Haupt-Ausschusszimmer, bliebe die Frage nach der Verortung etwaiger Neben-Ausschusszimmer doch offen. Was genau hat es überhaupt mit dem Titel „Hauptausschuss“ auf sich? Also historisch betrachtet. War dieser mal den anderen Ausschüssen übergeordnet oder nur irgendwie
wichtiger?

Fragen über Fragen. Auch in diesen Punkten erhofft sich die Ratsgruppe endlich Klarheit nach der Bearbeitung des Antrags durch die Verwaltung.

Die Ratsgruppe fordert in ihrem Antrag nicht weniger, als das sprichwörtliche Hinterzimmer in Münsters Ratshaus aus dem Reich der
Legenden in die Realität zu führen.

Dass sich dafür das derzeitige Hauptausschusszimmer am besten eigne, habe damit zu tun, dass der Raum nicht nur für alle großen Ausschüsse, sondern auch für einige Zuschauerreihen ausreichend Platz biete.

Dass in Münsters Rathaus sogar das zukünftige Hinterzimmer Sitzplätze für Zuschauer biete, wäre nach Meinung von Pohlmann und Schmanck ein
durchaus adäquates Zeichen für transparente Politik.

Die Tatsache, dass die CDU-Ratsfraktion ebenfalls in diesem Zimmer tagt, dürfe jedoch keinesfalls als Argument gegen die Umbenennung gewertet werden!

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