Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:

  • Der Rat bekennt sich zum Neubau der VHS auf dem Gelände des Hörster Parkplatzes.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, entsprechende Verhandlungen/Planungen aufzunehmen.
  • Darin sind die in der Begründung genannten zusätzlichen Nutzungen zu berücksichtigen.

Alle anderen Planungen werden nicht weiter verfolgt.

Begründung:

Der Hörster-Parkplatz ist der ideale Standort für einen Neubau der VHS/eines Bildungshauses. Der Platz liegt innenstadtnah und trotzdem nicht so, dass er für eine hochwertigere Nutzung, wie z.B. ein Musik- und Kulturforum geeignet wäre. Die zur Verfügung stehende bebaubare Fläche ermöglicht eine über die VHS hinausgehende Nutzung. Ein Neubau für die VHS in der Größenordnung von 5.000 bis 6.000 m² Nutzfläche auf dem Hörster-Parkplatz lässt genügend Flächen für andere Zwecke.

Denkbar wären:

  • Der Bau einer Innenstadt Kita
  • Eine Mehrzweckhalle für kulturelle Veranstaltungen/Sport ähnlich der Halle der Stadtwerke
  • Ein gastronomisches Angebot, das gleichzeitig als Dienstleister der VHS fungiert (Integrationsunternehmen?)
  • Weiterer Handel und Dienstleistungen im Erdgeschoss
  • Wohnungen
  • Eine zweigeschossige Tiefgarage

Weiterhin wäre zu prüfen, ob eine Nutzung der Räumlichkeiten einschließlich einer (Mehrzweck-)Sporthalle durch das nahe gelegene Schlaun Gymnasium zu Synergieeffekten führen könnte.

Die aktuellen Entwicklungen belegen die Notwendigkeit politischer Bildung zur Förderung der Demokratie. Dazu braucht es entsprechende Räume / Orte der Begegnung. Ein Neubau könnte ein attraktives Forum für politische und kulturelle Veranstaltungen sein, offen für alle Bürgerinnen und Bürger: Ein Forum für Demokratie und interkulturelle Bildung und Begegnung.
Weiterbildung ist unverzichtbar für die Förderung der Demokratie und eine nachhaltige Entwicklung. Dauerhafte Erfolge in Wirtschaft, Arbeit, Umwelt und Sozialem sind nur möglich, wenn sie von einer starken Bildungspolitik in öffentlicher Verantwortung getragen werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind geeignete, gut erreichbare, sichtbare, offene Räume.
Für einen Neubau an dieser Stelle sprechen die gute Anbindung an den ÖPNV, die Nähe der Stadtbücherei und des Theaters, die Lage in der „zweiten Reihe“ zur Innenstadt, die die Annahme niederschwelligerer Angebote fördert, sowie die Arbeitsbedingungen am aktuellen Standort der VHS:
Die Deckenhöhen und Raumzuschnitte am Aegidiimarkt sind für Handel, medizinische Dienstleistungen und Wohnungen und nicht für Bildungszwecke konzipiert worden. Dies ist nicht grundlegend veränderbar. Das VHS-Forum, welches 2013 als Provisorium und Ersatz für den Vortragssaal der Überwasserschule hergerichtet wurde, ist zu klein (maximal 96 Plätze) für herausragende Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie kulturelle Veranstaltungen.
Insgesamt befindet sich der Aegidiimarkt in beklagenswert schlechtem Zustand. Durch den Auszug der VHS besteht die Chance, den Aegidiimarkt im Zuge einer umfassenden Sanierung der Flächen und veränderte Nutzung aufzuwerten. Der von der VHS genutzte und im Eigentum der WBI befindliche Teil könnte umfassend kernsaniert und wirtschaftlich genutzt werden. Denkbar wäre z.B. die Schaffung von seniorengerechten Wohnungen, ergänzt um entsprechende Dienstleistungseinrichtungen (Arzt- und Physiotherapiepraxen, haushaltsnahe Dienstleistungen etc.).

Was denkst du?