Der Rat möge beschließen:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Abfallwirtschaftswerken Münster (AWM) sowie ggf. mit Gastronomen, Einzelhändlern und thematisch
    informierten Umweltgruppen ein Konzept zu entwickeln, wie der Gebrauch von Einwegbechern in Münster erheblich eingeschränkt werden kann.
  2. Sollte dies wünschenswert sein, so kann die Verwaltung zur (Weiter)Entwicklung und Umsetzung des Konzepts einen runden Tisch einberufen, welcher besteht aus Vertretern von allen unter 1. genannten Akteuren und der Politik.

Begründung:

Einwegbecher sind ein Wegwerfprodukt, das große Folgen für die Umwelt hat. Durch die Qualitätsanforderungen an den Becher kann bei der Produktion zunächst kaum Recyclingpapier verwendet werden. Durch die Beschichtung der Becher ist eine Wiederverwendung dieses neuen, hochwertigen Papiers nur zu einem sehr geringen Prozentsatz möglich, weswegen der Größtteil des Materials in der die Müllverbrennung ‚verwertet‘ wird (siehe: Anlage 1). Aus diesen und anderen Gründen (u.A. die Vermüllung des öffentlichen Raumes durch nicht entsprechend entsorgte Einwegbecher) ist es sinnvoll, die Entstehung und Verbreitung von diesem nicht notwendigen Abfall von vornherein zu reduzieren. Diese Idee ist bundesweit in mehreren Städten aufgegriffen worden. Hierbei hat die Stadt Freiburg in Zusammenarbeit mit der mehrheitlich stadteigenen Abfallwirtschaft Ende 2016 testweise für zunächst ein Jahr ein Pilotprojekt mit einem Mehrweg-Pfandbecher mit Freiburg-Skyline (den sog. Freiburg-Cup) entwickelt, welche in mehreren Cafés,
Backstuben und Geschäften zu einem Pfand von einem Euro ausgeliehen wird (1). In Freiburg werden nach Schätzung der Stadtverwaltung ca. 10 bis 20% der Kaffees in wiederverwendbaren Bechern (Siehe: Anlage 2) konsumiert.

In Nordrhein-Westfalen ist das Thema Mehrweg-Kaffeebecher im vergangenen April u.A. in den Düsseldorfer Stadtrat eingebracht worden. Die örtliche CDU-Fraktion hat sich in diesem Rahmen für die Umsetzung des sogenannten Coffee to go again-Prinzips ausgesprochen (2), während die Fraktion DIE LINKE. ihre Vorliebe für das Konzept aus Freiburg kundgetan hat (3). Stand heute sind beite Anträge nicht fertig beraten worden.

Im zu erarbeitenden Konzept können unter anderen der Mehrweg-Pfandbecher der Stadt Freiburg und der Coffee to go again-Ansatz (und/oder prägende Elemente aus ihnen) näher berücksichtigt und mit Blick auf die Nachhaltigkeit begründet zunächst testweise umgestetzt werden. Ebenso wäre es in diesem Rahmen wünschenswert, wenn die Stadtverwaltung darlegt und begründet, ob und wenn ja, wie die Möglichkeit der Einführung oder Erhöhung einer Abgabe für Einwegbecher durchgesetzt werden kann.

Eine lobenswerte Initiative zur Vermeidung von Einwegbechern gibt es in Münster mit dem sog. Gildebecher der Münsterschen Gilde-Bäcker (4). Diese Becher werden jedoch leider nur in Verkaufsstellen der Gilde-Bäcker angeboten und sind z.B. keine Pfandbecher. Eine Online-Umfrage auf der Seite der Westfälische Nachrichten zum gleichen Thema hat aber erwiesen, dass 85% der über 1.100 Beteiligten sich ein Mehrweg-Pfansystem für Kaffeebecher in Münster wünschen (5).

n der Berichtsvorlage V/0599/2016 Bürgerumfrage 2016: Zentrale Ergebnisse zum Fragenkomplex „Parks und Grünanlagen“ (Anlage 3) wird berichtet, dass die Zufriedenheit mit den Parks und Grünanlagen in Münster allgemein hoch ist den Erwartungen weitesgtehend entspricht. Die Möglichkeit der Befragten, Verbesserungsvorschläge einzubringen wurde hierbei rege genutzt. Die zweit- und drittmeisterwähnten Vorschläge befassen sich hier mit den Themen Müllbeseitigung (10,1 %) und Sauberkeit (8 %) in Parks und Grünanlagen und zeigen, wie wichtig das Thema auch für die Stadtbevölkerung ist. Durch das Verhindern von Einwegbechern ist es annehmbar, dass weniger Müll seinen Weg in den öffentlichen Raum und damit die Park- und Grünanlagen findet und dadurch zu einem besseren allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

Aus diesen und vielen weiteren Gründen sollte die Ausgabe von Einwegbechern in Münster erheblich reduziert werden.

(1) Höhl, Simone: Freiburg startet Mehrwegsystem für Kaffeebecher, abrufbar unter: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/freiburg-startet-mehrwegsystem-fuer-kaffeebecher, Stand 12.06.2017.

(2) Antrag: Kampagne „Coffee to go again“ auch in Düsseldorf starten, Antrag der CDU-Ratsfrakion Düsseldorf, abrufbar unter: http://www.cdu-fraktion-duesseldorf.de/anfragen-und-antraege/antrag-kampagne-coffee-go-again-auch-duesseldorf-starten, Stand: 12.06.2017.

(3) Mehrweg-Pfandsystem für Kaffeebecher, Antrag der Fraktion DIE LINKE. Düsseldorf, abrufbar unter: http://www.linksfraktion-duesseldorf.de/nc/ratsarbeit/detail/zurueck/umweltauschussarchiv/artikel/mehrweg-pfandsystem-fuer-kaffeebecher/, Stand: 12.06.2017.

(4) Hillmoth, Gabriele: Gildebecher gegen „Coffee-to-go-Müll“, abrufbar unter: http://www.wn.de/Muenster/2017/03/2753166-Baecker-stellen-neuen-Mehrwegbecher-vor-Gildebecher-gegen-Coffee-to-go-Muell, Stand: 12.06.2017.

(5) Ebenda.

Dokumente

Was denkst du?