Gemeinsamer Antrag der Ratgruppe Piraten/ÖDP, Die Linke und SPD

Der Rat möge beschließen:

  1. Speckbrett ist ein wichtiger Teil der Münsteraner Sportlandschaft. Es ist das Ziel, den niedrigschwelligen Zugang im gesamten Stadtgebiet zu ermöglichen und zu fördern.
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Unterhaltungskonzept für die vorhandenen und zukünftig zu bauenden Speckbrettplätze zu erarbeiten und dem Sportausschuss darüber Bericht zu erstatten.
  3. Mittelfristig soll in allen Bezirken der kostenlose, wohnortnahe Zugang zu Speckbrettplätzen gegeben sein. Dies wird bei der weiteren Planung von Sportanlagen bzw. deren Sanierung vorrangig berücksichtigt.
  4. Die Verwaltung wird beauftragt darzulegen, ob an der Sportanlage Sentruper Höhe die Umwandlung eines Asphaltplatzes in einen Tennenplatz sinnvoll ist. Ebenso soll über die Vergabe der vorhandenen und möglicher zukünftiger Tennen-Speckbrettplätze über einen Nutzungsvertrag an den Speckbrettverein Sentruper Höhe e.V. (SVSH) berichtet werden.

Begründung:

zu 1. Der Breitensport hat in Münster einen hohen Stellenwert. Ihn im Sinne einer Gesundheitsvorsorge aller Bevölkerungsschichten zu fördern, sollte ein wichtiges Ziel von Politik und Verwaltung sein. Der Speckbrettsport ist ein für Münster typischer Freizeitsport, der mittlerweile fast ausschließlich in Münster gepflegt wird. Durch das Angebot an öffentlichen und kostenfreien Plätzen wird für viele Bürger die Möglichkeit einer niedrigschwelligen sportlichen Betätigung geschaffen. In der Praxis findet eine Parallelnutzung ebenso durch Tennisspieler statt. Damit dient Speckbrett als Einstiegssportart für sämtliche Rückschlagsportarten.

zu 2. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit dem Zustand der öffentlichen Speckbrettanlagen. Dies wurde im Gespräch mit der Verwaltung am 12.Mai 2015 durch die Ratsgruppe Piraten/ÖDP angesprochen und von der Verwaltung bestätigt. Hier muss langfristig ein Zustand erreicht werden, der für alle Nutzer gute Bedingungen garantiert und die Verkehrssicherheit durchgehend gewährleistet.

zu 3. Die Antwort der Verwaltung in der Vorlage V/0754/2016 (Anlage 1) ist in diesem Punkt nicht befriedigend. Die Karte in Anlage 2 gibt eine Übersicht zu den vorhandenen Speckbrettplätzen im Stadtgebiet. In zwei Stadtbezirken ist derzeit kein freier Zugang zu Speckbrettplätzen gegeben, und zwar in Hiltrup (vereinseigene Anlage des TuS Hiltrup) und in Münster-Ost (vereinseigene Anlage des SV 91). Darüber hinaus ist die Nutzung der Anlage in Kinderhaus ausweislich des dort befindlichen Schildes nur am Donnerstag von 18 bis 21 Uhr möglich. Ein darüber hinaus möglicher Zugang für Speckbrettspieler ist nicht ersichtlich und insbesondere niedrigschwellig nicht möglich, sondern allenfalls über Voranmeldung und Umrüstung des Platzes durch den Hausmeister. Diese sehr unbefriedigende Gesamtsituation ist dringend zu verbessern. Die Ausweisung neuer Baugebiete und die Sanierung/ Modernisierung diverser Sportanlagen in den nächsten Jahren (beispielhaft TSV Handorf für den Stadtbezirk Ost) bieten hier gute Möglichkeiten einer zeitnahen Planung und Umsetzung.

zu 4. Der SVSH weist seit einigen Jahren ein sehr starkes Mitgliederwachstum aus:

2012 77 Mitglieder
2013 91 Mitglieder
2014 104 Mitglieder
2015 120 Mitglieder
2016 138 Mitglieder.

Zusätzlich findet eine Nutzung durch den Betriebssport (45 Aktive) und den Hochschulsport (16 Teilnehmer, neues Angebot mit steigender Nachfrage) statt, so dass insgesamt etwa 200 Nutzer für die 3 Plätze vorhanden sind. Als Vergleichsgröße kann hier die Planung im Bereich Tennis heran gezogen werden. Dort wird von Engpässen ausgegangen, sobald 50 Nutzer pro Platz vorhanden sind. Durch den Bau eines vierten Tennenplatzes würde zumindest diese Relation hergestellt und die größten Probleme (Wartezeiten etc.) abgemildert werden. Gleichzeitig ist die Versorgung mit Asphaltplätzen an der Sentruper Höhe auch mit einem Platz weniger immer noch befriedigend.

Ratsantrag
Anlage 1: V/0754/2016
Anlage 2: Übersicht zu den vorhandenen Speckbrettplätzen im Stadtgebiet

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