Die Ratsgruppe unterstützt ausdrücklich die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Förderbedarf.
Nicht erst nach landesweiten Protesten der Elternverbände sehen wir jedoch die bisherige praktische Umsetzung von Inklusion an Schulen zunehmend kritisch.

„Gut gemeint ist nicht selten das Gegenteil von Gut.“,warnt die Ratsgruppe und rät dringend, das bisherige Vorgehen zu überdenken.

Zum einenfehlt seitens der Landesregierung die Bereitsschaft die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, zum anderen existiert offenbar auch kein plausibler Plan, wie denn der Übergang vom System Förder- & Regelschule zur Inklusiven Bildung vonstatten gehen soll.
Mehr oder weniger willkürlich werden pädagogische Kräfte von Förderschulen an die Regelschulen gerufen, um anschliessend schulterzuckend zur Kenntnis zu nehmen, dass nun beide Schulformen unterbesetzt sind.

An die Adresse der letzten, der aktuellen und nächsten Landesregierung gerichtet: „Versuch macht kluch“ oder „Try n‘ Error“ sind keine Erfolgsrezepte für verantwortungsvolle Bildungspolitik!
Da die Entscheidung, ob Förder- oder Regelschule, laut Schulgesetz (immer noch) bei den Eltern liegt, kann und darf es nicht sein, dass die Wahl von vornherein durch parteipolitische Interessen konterkariert wird.
Inklusion an einer sonderpädagogisch unterbesetzte Regelschule ist kein Ersatz für das zumindest fachlich bewährte Modell Förderschule!

Ob die letztlich durchgeführten Maßnahmen auf dem Weg zur Inklusiven Gesellschaft erfolgreich sind oder nicht – das entscheiden nicht die sogenannten /Experten/, sondern allein die Betroffenen selbst!

Per Ratsantrag fordern ÖDP und Piraten nun gemeinsam ein Moratorium für alle weiteren und bereits geplantenMaßnahmen – soweit sie in der Entscheidungsgewalt der Stadt Münster liegen.
Parallel werde die Verwaltung beauftragt, eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation über die Elternvertreter der Schulen durchzuführen, als Grundlage für weitere Planungen.
Zudem sollen die Ergebnisse der Bestandsaufnahme öffentlich zugänglich gemacht werden, damit sich auch (noch nicht) betroffene Eltern rechtzeitig ein Bild machen können.

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